Bitterfrost (Mythos Academy Colorado I) von Jennifer Estep

Hintergrundinfos:

Titel: Bitterfrost

Untertitel: Mythos Academy Colorado

Autorin: Jennifer Estep

Verlag: ivi

Seiten: 384 Seiten

Erscheinungstermin: 02.10.2017

Klappentext:

„Mein Name ist Rory Forseti. Als Spartanerin wurde ich von klein auf darauf trainiert, eine stolze Kriegerin und die perfekte Waffe zu sein. Doch nachdem ich erfahren habe, dass eine getöteten Eltern Mörder und Verbrecher waren, ist von meinem Stolz auf mein Kriegererbe nicht viel übrig.

Doch ich weiß eines ganz genau: Wenn der Tag gekommen ist, an dem ich die schrecklichen Taten meiner Eltern wiedergutmachen kann, dann werde ich alles tun, was in meiner Macht steht, und kämpfen. Vielleicht ist dieser Tag ja heute.“

Meine Meinung:

Wenn ihr zufällig schon eine andere Rezension von mir über ein Buch von Jennifer Estep gelesen habt, dann wisst ihr, dass ich diese Autorin sehr schätze und fast alle von ihren Büchern gelesen habe. Und wenn ihr das noch nicht wusstet, dann wollte ich euch das hiermit auf jeden Fall nochmal mitteilen.

Die „Mythos Academy“-Serie gehört zu den ersten Büchern, die ich von dieser fantastischen Autorin gelesen habe. Die Geschichte um Gwen Frost, Logan Quinn und die bösen Schnitter mitsamt Loki war jahrelang ein guter Begleiter und konnte mich mit jedem einzelnen Band überzeugen. Allerdings dachte ich auch, dass die Serie abgeschlossen wäre – bis ich dann sah, dass es eine Spin-off-Serie geben würde, die in Colorado spielen sollte.

„Bitterfrost“ hat ein unglaublich tolles Cover und reiht sich mit dem Stil in die vorausgegangene Serie ein.

Gleich zu Beginn lernt man Rory Forseti kennen – und damit auch, dass ihr Leben eine abrupte Wendung nahm, als herauskam, dass ihre Eltern Schnitter waren. Was Rory noch mehr belastet als das Gefühl, dass sie ihre Eltern gar nicht richtig kannte, ist, dass sie sie nun nicht mehr nach dem Warum fragen kann – denn ihre Eltern wurden von dem bösen Bibliothekar Covington umgebracht.

Rory lebt nun bei ihrer Tante Rachel und besucht die Mythos Academy in Colorado. Das Problem dabei ist nur, dass alle wissen, dass Rorys Eltern auf der Seite der Bösen standen. Sie machen Rory für die Taten ihrer Eltern verantwortlich, grenzen sie aus und beschimpfen sie. Dass Rory Gwens Cousine ist, hilft ihr dabei leider auch nicht besonders.

Am ersten Tag des neuen Schuljahres lernt Rory Ian und Amanda kennen. Die Beiden kommen aus der New Yorker Mythos Academy und sind Austauschstudenten. Doch schon bald merkt Rory, dass noch viel mehr hinter diesen vermeintlichen Austauschstudenten steckt.

Es gibt auch in Colorado wieder eine Bibliothek der Altertümer und genau wie bei Gwen ist das einer der Zufluchtsorte von Rory. Doch dieser Zufluchtsort wird gestört, als Schnitter sich in ihr herumtreiben. Rory wird mitten in eine Verschwörung gezogen und muss mehr als einmal ihre Spartanerfähigkeiten unter Beweis stellen.

Die Nebenprotagonisten Ian, Zoe und Mateo machen es Rory anfangs nicht leicht. Sie sind ein eingespieltes Team und haben mehr als gute Gründe für die Mission, die sie ausführen.

Doch was in diesem Buch am meisten im Vordergrund stand, war die Entwicklung von Rory, ihre Gedanken und Handlungen. Sie ist das Mädchen, das gemobbt wird, was aber immer stolz das Kinn in die Höhe reckt und sich nicht einschüchtern lässt. Doch sie ist auch so einsam, dass es einem fast schon in der Seele wehtut.

Ihre Entwicklung fand ich wirklich sehr stark. Eigentlich fand keine außergewöhnliche Änderung statt, ich hatte vielmehr das Gefühl, dass sie mehr und mehr zu der Person wurde, die sie eigentlich schon war. Die ihre Gedanken und Gefühle nach außen trägt und so handelt, wie sie es im Herzen schon immer wollte. Ihre Hingabe, ihre Stärke und ihre Selbstlosigkeit lassen sie zu einer starken Kriegerin werden.

„Hingabe ist Kraft.“ (Seite 362)

Die verschiedenen Settings der Geschichte hat Jennifer Estep wie immer mit dem richtigen Maß an Details ausgeschmückt. Es war schön für mich, in diese Welt zurückzukehren, in der es eine Mythos Academy gibt. Die Statuen, die einen zuzwinkern, Götter, alte Bibliotheken und machtvolle Artefakte – wer kann da schon widerstehen?

Auch die Kampfszenen – von denen es so einige gab – haben mir sehr gut gefallen! Rorys Spartanerfähigkeiten kamen wunderbar zur Geltung, ebenso wie die Fähigkeiten der anderen Protagonisten wie Römer, Wikinger und Walküren.

Was ich bei Jennifer Estep auch extrem liebe: Easter Eggs! Sie versteckt in jedem ihrer neueren Bücher Hinweise zu ihren anderen Büchern. Immer wenn ich die Namen „Cloudburst Falls“, „Karma Girl / Bigtime“ oder „Pork Pit“ lese, muss ich unwillkürlich grinsen.

Allerdings gibt es auch einen Punkt, der mich etwas zwiegespalten zurückgelassen hat: Gwen Frost. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Gwen Frost! Und Logan natürlich auch! Aber ihr Auftritt in diesem Buch erschien mir immer wie der Auftritt einer ultraweisen, unglaublich erfahrenen Protagonistin, die genau weiß, was die Zukunft bringt. Natürlich hat Gwen viel durchgemacht und dabei viel Erfahrung mit Göttern und so gesammelt, aber irgendwie kam mir Gwen in dem Buch nicht wie die richtige Gwen vor. Keine Ahnung, wie ich das genau erklären soll …

Alles in allem kann ich nur sagen, dass „Bitterfrost“ mich endlich wieder nach Hause gebracht hat. Die letzte Schlacht ist für Rory noch lange nicht geschlagen und ich bin gespannt, wie sehr sie an dieser spannenden Reise noch wachsen wird!

Lesen, wenn: Ihr die Mythos Academy genauso sehr vermisst habt wie ich!

Nicht lesen, wenn: Ihr von der Mythos Academy noch nie was gehört habt oder euch Göttergeschichten langsam zum Hals heraushängen.

4,0 von 5 Frostfeuern

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