Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl von Lauren Graham

Hintergrundinfos:

Titel: Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl

Untertitel: talking as fast as I can

Autorin: Lauren Graham

Verlag: Fischer Taschenbuch

Seiten: 256 Seiten

Erscheinungstermin: 24.08.2017

Klappentext:

„In diesem Buch stehen viele Gesichten direkt aus meinem Leben: peinliche Geschichten vom Erwachsenwerden, Geschichten über verwirrende Dates und aufregende Anfänge und darüber, wie ich einmal mit meinem Hintern für eine Rolle vorgesprochen habe. Natürlich verrate ich auch, wie es war, noch einmal in meine Lieblingsrolle zu schlüpfen: Lorelai Gilmore, von der ich eigentlich seit 2008 dachte, dass ich sie nie wiedersehen würde.

Ich habe mich oft gefragt, ob eine Neuauflage der ´Gilmore Girls´ genauso phantastisch sein könnte, wie die Serie beim ersten Mal für mich war, ob sie sich noch genauso frisch, verquer, schlau und schlagfertig anfühlen würde wie damals. Und ob die Rückkehr nach Stars Hollow nach all den Jahren genauso wundervoll werden würde, wie ich sie mit erträumt hatte. Achtung, Spoiler: Sie war es.“

Meine Meinung:

Dass ich ein Fan von den „Gilmore Girls“ bin, ist eigentlich kaum zu übersehen: Ich nehme an der „Rory-Gilmore-Reading-Challenge“ teil und besitze (wie man auf dem Bild bei der Challenge sieht) nicht nur zwei Bücher über die Serie sondern auch eine tolle Tasse dazu.

Diese Rezension wird daher irgendwie etwas anders als die sonstigen. Denn es ist für mich genau wie für Lauren Graham: Eine Rückkehr nach Stars Hollow und zu den liebenswerten Protagonisten, die mich während meines ersten Studiums begleiteten.

„Mich überkommt eine Art manische Erkenntnis, wenn ich – was nur selten passiert – etwas lese, was ich so sehr will, dass ich kurz, aber total überschnappe. Dieses Gefühl ist eine Kombination aus „Willkommen zurück, alter Freund“ und ALLE AUS DEM WEG, SIE GEHÖRT GANZ ALLEIN MIR.“ (Seite 81)

Dass die Rolle von Lorelai Gilmore das Leben von Lauren Graham auf den Kopf stellen würde, schien ihr ziemlich schnell klar zu sein. Doch der Weg, den sie nahm, bis sie so weit war, war definitiv kein leichter.

Ich fand es schön, lesen zu können, wie Lauren Grahams Leben verlaufen ist. Sie erzählt von ihrer Kindheit, davon, dass sie immer etwas anders war als die anderen Kinder. Dann von ihrem Wunsch, Schauspielerin zu sein und von den Strapazen, die sie aufnahm, um diesem Wunsch zu folgen. Sie erzählt von kleinen Theatern, undankbaren Praktikastellen und Abenden voller Freude und geklauter Snacks.

Und während sie ihren Werdegang in so lustiger Art und Weise beschreibt, wie man es erwarten konnte, geht sie in einigen Kapiteln auf andere Themen ein: Schönheitswahn in Hollywood, geheime Wünsche und Veganismus. Sie ist dabei offen und erscheint einem tatsächlich als ganz normale Person – was man nicht unbedingt erwarten konnte.

Doch, was ich am interessantesten fand, war ihr Leben während der Dreharbeiten der „Gilmore Girls“. Sie beschreibt – fast ein bisschen zu kurz – ihre Beziehung zu Alexis (Rory), zu den Drehbuchautoren und zu den Modestilen, die sie während der Staffeln ausprobierte. Oft sind es nur kleine und eigentlich nicht so wichtige Geschichten, die mich aber doch sehr nach Stars Hollow zurückversetzten.

Ihre Ausführungen zu der Entstehung der achten Staffel auf Netflix und den Dreharbeiten sind etwas ausführlicher und ließen in mir fast den Wunsch wieder hochkommen, mir diese vier Folgen noch einmal anzusehen. Denn ich verstand mehr denn je den Grund dahinter und erkannte, wie viel es den Schauspielern wie Lauren Graham bedeutet hat und warum diese Geschichte erzählt werden musste. Aber ich muss auch gestehen, dass ich kein großer Fan von diesen vier Folgen bin. Ich werde wohl noch etwas Zeit brauchen, bis ich sie mir irgendwann noch einmal anschaue.

Das Buch von Lauren Graham ist keines meiner typischen. Ihr wisst, ich lese eher Fantasy oder Science-Fiction. Doch ich kann nicht sagen, dass ich es bereut hätte, mir die Zeit zu nehmen, um mehr über Lauren Graham und den „Gilmore Girls“ zu erfahren. Es war schön, wieder dorthin zurückzukehren.

Was mich am meisten überrascht hat, war der Stil und die Ausdrucksweise von Lauren Graham. Denn ich hatte in meinem Kopf die ganze Zeit die Stimme von Lorelai Gilmore und der Text rauschte an mir nur so vorbei, als würde Lorelai ihn mit ihrer schnellen Sprechart vorlesen. Das war unglaublich, etwas gruselig und ich musste ab und zu innehalten, um noch einmal über das nachzudenken, was ich gelesen hatte.

„Also mein Rat an euch: Lasst euren Plan nicht zuletzt lachen, sondern lacht zuletzt, wenn euer Plan euch auslacht, und wenn euer Plan doch zuletzt lacht, dann lacht zurück!“ (Seite 34)

Alles in allem ist „Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl“ eine gelungene Reise durch das Leben von Lauren Graham. Sie schreibt mit Witz und Charme und bietet Einblicke in ihre Arbeit als Schauspielerin.

Lesen, wenn: Ihr mindestens zweimal alle Staffeln von Gilmore Girls gesehen habt!

Nicht lesen, wenn: Ihr noch niemals von dieser tollen Serie gehört habt – dann aber los, ihr habt echt was verpasst!

(Ich werde diesem Buch keine Bewertung geben. Das fühlt sich in dem Fall irgendwie nicht richtig an.)

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