Erwachen des Lichts (Götterleuchten Band 1) von Jennifer L. Armentrout

Hintergrundinfos:

Titel: Götterleuchten

Untertitel: Erwachen des Lichts

Autorin: Jennifer L. Armentrout

Verlag: HarperCollins

Seiten: 432 Seiten

Erscheinungstermin: 12.06.2017

Klappentext:

So unwiderstehlich waren die Götter noch nie …

Eben noch verlief Josies Leben normal. Doch plötzlich taucht ein mysteriöser Typ mit goldenen Augen auf und enthüllt, dass sie eine Halbgöttin ist. Somit ist sie dazu auserkoren, die Unsterblichen des Olymps im Kampf gegen die Titanen zu unterstützen. Um ihre Bestimmung zu erfüllen, muss Josie lernen, ihre Kräfte zu nutzen. Dabei zur Seite steht ihr der impulsive Seth. Bald merkt Josie, dass er ihr gefährlicher werden könnte als die entfesselten Mächte der Unterwelt …

Meine Meinung:

Jennifer Armentrout war mir seit der „Obsidian“-Reihe ein Begriff. Die Bücher habe ich regelrecht verschlungen und war seitdem ein großer Fan von ihrer Arbeit. Die Serie „Dark Elements“ zählt zu meinen Lieblingsserien und als ich dann sah, dass die Serie „Götterleuchten“ an den Start ging, konnte ich nicht anders, als mir die Bücher zu kaufen und zu lesen. Angesichts dessen, dass der vierte und somit letzte Band erschienen ist, dachte ich mir, ich lese die Bücher noch einmal und bewerte sie.

Ich muss dazu sagen, dass ich beim ersten Lesen nicht wusste, dass das eigentlich eine Spin-off-Serie zu den Büchern „Dämonentochter“ ist. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass es diese Bücher gab und begann „Erwachen des Lichts“ so ganz unvoreingenommen. Seth, Alex und Aiden waren mir nicht einmal ansatzweise ein Begriff – und ich glaube, gerade dieser Punkt hat dieses Buch für mich zu etwas besonderem gemacht. Aber dazu später mehr.

Achtung! Der folgende Abschnitt wird Spoiler zu „Dämonentochter“ enthalten!

Im ersten Kapitel lernt man Seth kennen: Ein Typ, der inmitten von Leichen steht und dem das nicht allzu viel Unbehagen bereitet. Eher im Gegenteil, der Punkt, dass er für dieses Chaos verantwortlich ist, ist für ihn vollkommen in Ordnung. Doch mit dem Auftrag, den er von Apollo bekommt, hat er nicht gerechnet: Er soll jemanden beschützen.

Seth ist von der ersten Seite an ein unglaublich schlagfertiger, extrem attraktiver und tiefgründiger Charakter. Man erfährt auf den ersten Seiten viel über die Welt, in der er lebt: Es gibt Götter, Halbgötter, Reinblüter, Halbblüter, Apollyons und einen ganzen Haufen anderer mythischer Wesen. Die Geschichte von „Erwachen des Lichts“ setzt dort an, wo vermutlich – ich weiß es nicht genau, weil ich „Dämonentochter“ nicht gelesen habe – der letzte Band von „Dämonentochter“ aufgehört hat: Ares ist tot, das kosmische Gleichgewicht ist gestört und es gibt Titanen, die für Ärger sorgen. Aber zum Glück gibt es einige Halbgötter, die gegen diese Titanen kämpfen sollen und damit die Welt vor dem Untergang beschützen müssen.

Josie ist eine von diesen Halbgöttern. Das weiß sie natürlich nicht: Sie ist eine normale junge Frau, die an einem College Psychologie studiert. Ihre Kindheit war nicht wirklich schön, ihre Mutter hat psychische Probleme, aber abgesehen davon führt sie ein ganz normales Leben. Bis sie in die Welt von Seth gezogen wird und sich auf einmal damit abfinden muss, dass sie keineswegs ein normaler Mensch ist.

Um nicht zu viel zu verraten, reiße ich nur kurz an, dass Josie und Seth sich gemeinsam durch die Geschichte bewegen und einander immer besser kennenlernen. Hinzu kommen spannende Charaktere wie Deacon, Luke und Solo. Doch auch die Bedrohung durch die Titanen und anderen bösen Wesen wird immer wieder deutlich: Mehrere Kampfszenen machen das Buch zu einer actiongeladenen und spannenden Geschichte, die nur so dahinzufliegen scheint.

Seth und Josie sind als Charaktere unglaublich gut ausgearbeitet. Es hat mir viel Spaß gemacht, mal aus Seths Sicht und dann aus Josies Sicht zu lesen – denn so hatte ich das Gefühl, dass ich genau verstehe, warum Seth so agiert, während Josie das sagt oder andersherum. Den Charakter von innen aber gleichzeitig auch von außen kennenzulernen, war eine großartige Erfahrung. Und so erschien es mir im Nachhinein auch als Segen, dass ich „Dämonentochter“ nicht gelesen habe, obwohl diese Geschichte vermutlich genauso spannend ist wie diese Serie. Aber so konnte ich Seth fast wie Josie kennenlernen: Ich hatte wie Josie nichts von den Göttern geahnt und entdeckte mit ihr nach und nach die verschiedenen Seiten von Seth. Ihre Gedanken und Handlungen waren dadurch für mich mehr als nachvollziehbar.

Josie macht eine extreme Entwicklung durch: Ihr Leben ändert sich von einem Tag auf den anderen, doch statt sich zu verkriechen, sagt sie den bösen Dingen den Kampf an und folgt ihren Instinkten. Sie bleibt sich dabei aber immer selbst treu.

Seths Entwicklung verläuft schleichender als Josies. Wenn ich den Seth von Anfang und den vom Ende betrachte, dann verstehe ich ganz genau, wie es kommen konnte, dass er am Ende der ist, der er ist.

Besondere Highlights des Buches sind auch immer wieder Seths scharfzüngige Antworten, sein trockene Humor und seine anzüglichen Bemerkungen. Josie und Seth liefern sich den einen oder anderen lustigen Schlagabtausch, denen ich mich nicht entziehen konnte.

Neben tollen Settings, die in einem guten Gleichgewicht geschildert werden, gibt es auch einige vielschichtige Nebenprotagonisten, die einem schnell ans Herz wachsen. Jeder von ihnen hat seine Eigenheiten, in allen eint sich aber der Glaube und die Hoffnung an eine bessere Welt.

So ist auch der Titel „Erwachen des Lichts“, in mehrerer Hinsicht zu verstehen. Natürlich einerseits Josies Eintauchen in diese Welt, doch auch andere Entwicklungen passen perfekt zu diesem Titel.

Ich bin noch immer ganz begeistert von diesem Buch. Es gab immer wieder diese Momente, wo ich das Buch beiseite legen musste, einfach nur, um dümmlich vor mich hin zu grinsen oder zu quietschen. Nur, um das Buch dann wieder in die Hand zu nehmen und es innerhalb kürzester Zeit durchzulesen.

Lesen wenn: Ihr auf griechische Mythologie, heiße Protagonisten und großartig gestaltete Geschichten steht.

Nicht lesen, wenn: … Was soll ich da nur sagen? Wenn euch „Dämonentochter“ nicht gefallen hat, möglicherweise. Wenn ihr keine Liebesgeschichten mögt. Außerdem würde ich empfehlen, das Buch nicht zu lesen, wenn ihr jünger als 16 Jahre seid.

4,7 von 5 Titandolchen

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