Magisterium: Der goldene Turm von Cassandra Clare und Holly Black

Hintergrundinfos:

Titel: Magisterium

Untertitel: Der goldene Turm

Autorin: Cassandra Clare & Holly Black

Verlag: one

Seiten: 256 Seiten

Erscheinungstermin: 28.02.2019

Klappentext:

Ich bin das Chaos. Ich kann Städte niederbrennen und Meere verdampfen lassen. Ich kann die Erde zerstören.

Alex Strike, der neue Makar des Chaos, will die gesamte Magierwelt unterjochen. Und so muss Callum sich in seinem letzten Schuljahr am Magisterium erneut mit aller Kraft gegen das Böse stellen. Doch wie soll er als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen? Der Feind steht ihm schließlich nicht nur gegenüber, sondern lauert auch in seinem Inneren.

Meine Meinung:

Ich kann es noch gar nicht so richtig glauben: Mit „Magisterium – Der goldene Turm“ lag nun der letzte Band der „Magisterium“-Serie vor mir. Der letzte Band von diesen beiden außergewöhnlichen Autorinnen Holly Black und Cassandra Clare.

Die Bücher haben meine Schwester und mich in den letzten Jahren begleitet und boten einen Ausflug in eine neue Zaubererschule. Es war auch für mich mal wieder ein Ausflug in das Genre der Kinderbücher – ein Ausflug, den ich auf keinen Fall bereut habe.

Achtung! Diese Rezension enthält Spoiler zu den ersten vier Bänden!

Wenn ich das richtig im Blick habe, dann beginnt der fünfte Band so ziemlich genau dort, wo der vierte aufhörte: Callum ist wieder in der Obhut seines Vaters, Alex ist ( so glaubt die Magierschaft ) tot, und alles ist wieder einigermaßen so, wie es sein solle. Bis auf Aaron. Dessen Seele in Calls Kopf steckt.

Nach der missglückten Wiederbelebung von Aaron und dem Abenteuer, was Tamara, Jasper und Call in der Gefangenschaft durchlebt haben, sind sie nun mehr als froh, wieder zurück im Magisterium und bei ihren Eltern zu sein. Aaron, der nun Calls Gedanken lesen kann und mit ihm darüber kommuniziert, wird erneut zu einem wichtigen Bestandteil in Calls Leben – etwas, was man in diesem Maße eigentlich nicht mehr für möglich gehalten hätte.

Doch es wird auch klar, dass dieser Zustand nicht auf Dauer sein kann.

Die Leser haben im vierten Band erfahren, dass Alex Strike sehr wohl noch lebt. Und das bekommt nun auch die Magierwelt mit, als er als Verschlungener des Chaos´ auftritt. Schnell wird klar, dass der Höhepunkt bei diesem Buch bei dem finalen Kampf von Call und Alex liegt.

Doch Call plagen noch ganz andere Probleme: Im Magisterium weiß nun jeder, dass er der Feind des Todes, Constantine Madden, ist oder zumindest seine Seele in sich trägt. Und dann sind da auch noch die verwirrenden Gefühle rund um Tamara.

Alex Strike tritt als unheimliche Gestalt auf – zumindest so lange, bis er den Mund aufmacht. Dann wird relativ schnell klar, wie unreif dieser Charakter ist. Aber man muss auch berücksichtigen, dass die „Magisterium“s-Reihe eine Kinderbuchserie ist. Einen durch und durch grausamen Antagonisten zu erschaffen, wäre in dem Fall wohl nicht ratsam gewesen.

Doch leider erscheint mir Alex Strike als einzige, wirklich kindliche Person. Es stellt sich auch die Frage, ob man sein Verhalten durch eine gestörte Beziehung zu seinen Eltern / durch die instabilen Verhältnisse in seiner Kindheit erklären könnte – ansonsten spürte ich zwar seine Macht und seine Stärke, war ansonsten leider nicht sehr von ihm beeindruckt.

Besonders gut gefallen hat mir dagegen die Gruppe rund um Call. Mit Tamara, Jasper und in gewisser Weise auch Aaron sind wieder all jene versammelt, die man schon im ersten Teil kennenlernen konnte. Nach all den Abenteuern sind sie zu engen Freunden zusammengewachsen – die Frotzeleien von Jasper wirken nicht mehr verletzend, sondern eher neckend.

Call hat in diesem letzten Buch wieder einige Entscheidungen zu fällen und schwerwiegende Opfer zu ertragen. Sicher, noch immer hat er dunkle Gedanken, Angst, dass Constantine Madden sein Verhalten beeinflusst. Aber mehr denn je zeigt er eine innere Stärke.

Die Geschichte hat mir zu großen Teilen auch gut gefallen. Es wurden einige wichtige Fragen geklärt und es gab ein Ende, mit dem man wohl zufrieden sein konnte.

Doch während im ersten Band noch deutlich gezeigt wurde, wie die Zauberschüler verschiedene Zauber lernen, stand das nun fast vollkommen im Hintergrund und wurde nur angerissen. Auch der Höhepunkt an sich war meiner Meinung nach sehr schnell behandelt – ein Phänomen, das mir nun schon öfter untergekommen ist: Die absoluten Spannungspunkte von Büchern, auf die lange hingearbeitet wird, sind innerhalb weniger Seiten erledigt. Ich erwarte keine ausufernde Schlacht à la Christopher Paolini, aber etwas mehr hätte es dann doch sein dürfen.

Wie zuvor schon erwähnt, wurden einige wichtige Fragen geklärt und einige Mysterien aufgearbeitet, die den Leser schon seit dem ersten Buch begleiteten. Aber auch da hatte ich das Gefühl, dass dies zu einfach und zu schnell passierte.

Nun muss ich dem Buch aber erneut zugute halten, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Ich kann daher schlecht einschätzen, ob eine Ausdehnung einiger Geschehnisse für Kinder unangebracht wäre – habe aber dennoch im Hinterkopf, dass sowohl die „Chroniken von Narnia“ als auch die „Harry Potter“-Serie Kinderbücher sind. Wie umfangreich gerade die Geschichte rund um „Harry Potter“ ist, brauche ich wohl nicht auszuführen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass „Magisterium – Der goldene Turm“ ein gutes Ende für diese Reihe bildet. Alle wichtigen Handlungsstränge werden bedient, die Geschichte hat ausreichend Dynamik und die Protagonisten bleiben sich wieder sehr treu. Einige Aspekte kamen mir leider zu kurz – aber ich bin trotzdem sicher, dass ihr mit dem Ende gut leben könnt.

Lesen, wenn: Ihr den fünften Band genauso sehnsüchtig erwartet habt wie ich und endlich herausfinden wollt, ob es für Call, Tamara, Jasper und Aaron noch ein Happy End gibt.

Nicht lesen, wenn: Ihr Spannung und Action vom feinsten erwartet – dann solltet ihr euch möglicherweise bei einem anderen Genre bedienen.

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