Ophelia Scale: Die Welt wird brennen von Lena Kiefer

Hintergrundinfos:

Titel: Ophelia Scale

Untertitel: Die Welt wird brennen

Autorin: Lena Kiefer

Verlag: cbj

Seiten: 464 Seiten

Erscheinungstermin: 18.03.2019

Klappentext:

Hoffnung ist stärker als Hass, Liebe ist stärker als Furcht

Die 18-jährige Ophelia Scale lebt im England einer nicht zu fernen Zukunft, in dem Technologie gesetzlich vom Regenten verboten ist. Die technikbegeisterte und mutige Kämpferin Ophelia hat sich dem Widerstand angeschlossen und wird auserkoren, sich beim royalen Geheimdienst zu bewerben. Gelingt es ihr, sich in dem harten Wettkampf durchzusetzen, wird sie als eine der Leibwachen in der Position sein, ein Attentat auf den Herrscher zu verüben. Doch im Schloss angekommen, verliebt sie sich unsterblich in den geheimnisvollen Lucien – den Bruder des Regenten. Und nun muss sich Ophelia entscheiden zwischen Loyalität und Verrat, Liebe und Hass …

Meine Meinung:

Das Buch „Ophelia Scale“ ist ein Buch, an dem man aus mindestens zwei Gründen einfach nicht vorbeikommt: Erstens hat es ein großartiges Cover, welches mich sofort angesprochen hat. In Zusammenhang mit dem durchaus gelungenen Klappentext besticht das Äußere des Buches vollkommen. Und zweitens scheint wirklich jeder Buchblogger diese Geschichte schon gelesen zu haben – anders kann ich mir die gefühlt täglichen Postings nicht erklären.

Einem solchen Hype stehe ich normalerweise skeptisch gegenüber. Aber um mir ein eigenes Bild machen zu können, beschloss ich, mir mal anzusehen, ob „Ophelia Scale“ diesen Hype wirklich verdient hat. Spoileralarm: Ich denke, das hat die Geschichte.

Der Rahmen der Geschichte gestaltet sich aus der Erde der Zukunft. Man lebt im 22. Jahrhundert und die Technik ist so weit ausgereift, dass es praktisch alles gibt, was man sich auch nur ansatzweise vorstellen kann. Die künstliche Intelligenz ist so hoch entwickelt, dass man sie eigentlich in jedem Bereich des Lebens findet.

Große Konzerne regieren unter dem offiziellen Mantel von Politikern die Welt – zumindest so lange, bis es einem Mann gelingt, Europa unter seine Herrschaft zu stellen. Er schafft es nicht nur, Politiker und Konzerne auf seine Seite zu ziehen, er übernimmt die Rolle des Königs und verbietet sofort alles, was technisch hoch entwickelt ist. Das Leben der Menschen ändert sich vollkommen.

Leopold de Marais ist fortan jener König, unter dem die sogenannte „Abkehr“ von der technischen Welt stattgefunden hat.

Ophelia Scale lebte mit ihren Eltern in Paris, als all das passierte. Sie war gerade einmal 12 Jahre alt, ihre Eltern arbeiteten im technischen Bereich und Ophelias Leben bestand nahezu aus Technik. Sie interessierte sich so sehr dafür und hatte ein so hohes Verständnis, dass sie später Ingenieurin werden wollte. Die Abkehr veränderte ihr Leben für immer: Ihre Eltern trennten sich und Ophelia zog mit ihrem Vater nach England, wo er eine neue Frau fand.

Während sich der Großteil der Bevölkerung daran gewöhnt, ein Leben ohne die bisherige Technik zu führen, findet Ophelia den Zugang zu einer Widerstandsgruppe namens ReVerse. Ihr Leben hat sich ohne Technik nicht gerade verbessert und gemeinsam mit dieser Gruppe plant sie, die Abkehr wieder rückgängig zu machen. Doch Ophelia findet in dieser Gruppe nicht nur eine Bewegung, die ihre Gedanken unterstützt, sondern auch neue Freunde.

Immer wieder unternimmt die Gruppe irgendwelche Aufträge, die ihrem Ziel, dem König zu schaden, dienlich sind. Bei einem dieser Aufträge wird einer von Ophelias engsten Vertrauten erwischt und muss sich einem sogenannten Clearing unterziehen. Das ist eine Prozedur, die Erinnerungen auslöscht. Ophelia kämpft seitdem noch verbissener für die Organisation.

Dann erhält sie die Chance, sich für eine Stelle direkt im engsten Kreis des Königs zu bewerben. Dafür verlässt sie ihre Heimatstadt und ihre Eltern und begibt sich direkt in das Lager ihres Feindes. Während Ophelia einer Ausbildung folgt, die ihre verschiedensten Fähigkeiten schulen und verbessern sollen, lernt sie Lucien de Marais kennen – den jüngeren Bruder des Königs. Mit seiner charmanten, schalkhaften und freiheitsliebenden Art gewinnt er ihr Herz, sodass sich Ophelia schon bald fragen muss, auf welcher Seite sie stehen will.

Ophelia hat mir als Protagonisten wirklich sehr gut gefallen. Ihre Stärken liegen in ihrer Liebe, ihre Unerschütterlichkeit und ihrem Verstand, ihre Schwächen in ihrer Naivität und dem Drang zum unüberlegten Handeln. Sie ist ein Mensch, der im Jetzt und Hier lebt und für die Menschen, die sie liebt alles riskiert. Ihr brillanter Verstand ist ihr meistens ein guter Begleiter – doch manchmal scheint er ihr auch im Weg zu stehen. Mit ihrer witzigen Art und ihrer Hingabe kämpft sie für die Dinge, an die sie glaubt mit allem, was sie hat.

Das Buch hat mich zuerst an die „Palace of Glass“- Reihe von C. E. Bernard erinnert. Die Ähnlichkeiten sind auch da: England, die Welt in der Zukunft, wenig Technik, ein König, der gestürzt werden muss. In der „Ophelia Scale“- Reihe gibt es keine Magie, und wie auch der Titel schon sagt, macht Ophelia eindeutig den Unterschied. Sie tritt von Anfang an als starke Protagonistin auf, die genau weiß, wofür sie kämpft und was sie bereit ist zu geben.

Die Storyline fand ich an einigen Stellen vorhersehbar, an anderen wunderbar ausgestaltet. Es gab mehrere Turns, die ich nicht erwartet habe, sodass ich mich am Ende frage, was ich denn wirklich glauben darf. Genau wie Ophelia weiß ich nicht recht, wem ich vertrauen kann und welche Seite die ist, für die man kämpfen sollte.

Die Idee, die in diesem Buch verfolgt wird, ist eine Zukunftsversion, die ich für teilweise real halte. Ich fürchte, dass ich nicht mehr lange genug leben werde, um herauszufinden, ob die technischen Dinge, die in dem Buch beschrieben werden, eines Tages real sind. Aber vorstellbar finde ich es auf jeden Fall.

„Ophelia Scale: Die Welt wird brennen“ beginnt eine spannende Geschichte von einer Erde der Zukunft. Mit einer starken Protagonisten, gut durchdachten Handlungssträngen und einer gehörigen Portion Action wird der Leser durch Ophelias Abenteuer geführt. Alles ist so wunderbar und gut ausgestaltet, dass man nicht anders kann, als Ophelia zu mögen und mit ihr zu fühlen. Nun hoffe ich, auch im nächsten Band wieder eien starke Protagonistin zu treffen, die sich nicht zu sehr von anderen beeinflussen lässt.

Lesen, wenn: Ihr auf Zukunftsvisionen, die durchaus wirklich werden könnten steht und eine starke Protagonistin erleben wollt, die für ihre Überzeugungen kämpft.

Nicht lesen, wenn: Ihr nicht wissen wollt, wozu die Technik vielleicht eines Tages mal im Stande sein könnte.

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