Schnee wie Asche von Sara Raasch

Hintergrundinfos:

Titel: Schnee wie Asche

Untertitel: Ice like Fire Reihe

Autorin: Sara Raasch

Verlag: cbt

Seiten: 464 Seiten

Erscheinungstermin: 04.04.2015

Klappentext:

Das Schicksal eines Volkes ruht auf ihren Schultern.

Sechzehn Jahre sind vergangen, seit das Königreich Winter in Schutt und Asche gelegt und seine Einwohner versklavt wurden. Sechzehn Jahre, seit Meira gemeinsam mit sieben Winterianern im Exil lebt, mit einem Ziel vor Augen: Die Magie und die Macht von Winter wiederzuerlangen. Täglich trainiert sie dafür mit ihrem besten Freund Mather, dem zukünftigen König von Winter, den sie heimlich liebt. Als Meira Gerüchte über ein verloren geglaubtes Medaillon hört, das die Magie von Winter wiederherstellen könnte, verlässt sie den Schutz der Exilanten, um auf eigene Faust danach zu suchen …

Meine Meinung:

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch seht, es aber nie in die Hand nehmt? Oder es zumindest nicht auf eure Leseliste setzt, weil euch der Klappentext nicht so richtig vom Hocker hauen konnte?

Genau so war es bei mir und diesem Buch.

Das Cover hat mich schon immer angesprochen, der Klappentext leider nicht so wirklich. Da ich aber in diesem Jahr bei der „Undead vs. Alive“-Challenge teilnehme, brachte mich die Monatsaufgabe des März´ dazu, das Buch doch in die Hand zu nehmen. In diesem Monat geht es nämlich darum, Bücher eines bestimmten Verlages zu lesen. Ich habe mich für cbt entschieden. Und da sprang mir diese Reihe doch glatt ins Auge.

Am Anfang der Geschichte lernt man sofort Meira und Marther kennen. Sie wirken wie Gegensätze, die aber trotzdem wunderbar miteinander harmonieren: Meira, die risikobereite, mutige und unbedachte Kämpferin und Marther, der überlegte und starke König. Doch allein, dass Marther und Meira sich kennen, zeigt deutlich, dass ihr Leben nicht so ist, wie es sein sollte.

Marther und Meira gehören zu der einzigen Gruppe von Winterianer, die noch in Freiheit leben. Ihr Volk wurde von dem König des Frühlings angegriffen und versklavt und nur dieser Gruppe gelang es zu fliehen. Seither versuchen Mather und Meira alles, um ihr Königreich wiederaufzubauen, damit Mather seinen rechtmäßigen Platz als Thronfolger einnehmen kann.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist in acht Königreiche unterteilt: In die vier Jahreszeiten-Königreiche und sogenannte „Rhythmus“- Königreiche (die so heißen, weil sie alle vier Jahreszeiten erleben, während die Jahreszeitenkönigreiche auf eine einzelne festgelegt sind). Jeder einzelne König oder jede Königin verfügt über ein Objekt, das mit Magie gefüllt ist. Dieses Objekt wird Magsignie genannt. Der / Die Herrscher/in kann damit sein Volk mit Magie versehen. Der König des Frühlings hat die Magsignie der Winterkönigin zerbrochen und den Winterianern damit ihrer Magiequelle beraubt. Genau diese Quelle jagen Meira und die Gruppe um sie herum.

Meira und ihre Gruppe verschlägt es schließlich bei ihrer Flucht vor Frühling schließlich in eines der Rhythmuskönigreiche. Dort lernt Meira den Prinzen Theron kennen und erfährt immer mehr über die Magsignien und ihre Rolle in der ganzen Angelegenheit.

Meira ist in der Geschichte die Hauptprotagonistin. Ein Waisenmädchen, das darauf drängt, sich beweisen zu können. Sie will nichts mehr als alles andere, ihren Wert für Winter zu beweisen und sich damit die Anerkennung von dem Anführer dieser kleinen Gruppe verdienen. Sie lechzt geradezu nach lobenden Worten oder auch nur etwas Aufmerksamkeit von ihm. Ansonsten hat Meira etwas sehr wildes an sich, aber dennoch überlegtes. Sie sucht immer wieder verschiedene Wege, um Winter zu helfen und lernt im Laufe der Geschichte nicht nur viel über sich selbst, sondern auch, was es heißt, Opfer zu bringen.

Es fiel mir am Anfang unglaublich schwer zu verstehen, wie genau die Welt aufgebaut ist, in der Meira und Marther leben. Hilfreich dafür war auf jeden Fall die Karte, die am Anfang des Buches eingefügt ist. Doch ich brauchte fast 100 Seiten, um endlich genau zu verstehen, was Magsignien sind, wieso es sie gibt und was es mit den Königreichen auf sich hat. Das war für mich sehr kompliziert und am Anfang eindeutig zu unverständlich.

Zudem finde ich nicht, dass der Klappentext gut widerspiegelt, was im Buch passiert. Meira hört keine Gerüchte über das verlorene Medaillon – ihre ganze Gruppe ist schon seit sechzehn Jahren auf der Spur des Medaillons. Und auch das mit dem Schutz der Exilanten und dass sie auf eigene Faust danach sucht, passt meiner Meinung nach nicht so richtig.

Wie schon oben erwähnt, begann die Geschichte für mich eher schleppend. Meira ist als Protagonistin sehr angenehm, die Welt ist gut geschildert. Ihre Interaktionen mit Marther sind glaubwürdig und ihre Sehnsucht nach Anerkennung macht sie zu einem mehrdimensionalen Charakter. Aber erst, als die Gruppe in eines der Rhythmus-Königreiche gelangt, begann die Geschichte mich zu fesseln. Dann stieg die Spannung und Meira entwickelte sich immer mehr und mehr. Die neuen Protagonisten, die man dann kennenlernte, konnten mich sehr überzeugen und der Anteil der magischen Aspekte stieg.

Das Ende schließlich artete in einen wunderbaren Cliffhanger aus. Die Entwicklung war teilweise überraschend, konnte man aber teilweise auch vorausahnen. Es war wunderbar, Meira in so vielen unterschiedlichen Setting zu sehen – so habe ich nun eine gute Vorstellung davon, wer sie ist. Die folgenden Bände versprechen zudem, noch einmal ganz neue Seiten an dieser willensstarken Kämpferin aufzudecken.

Lesen, wenn: Ihr eine starke Protagonisten mit allerlei Schwächen und Neigungen kennenlernen wollt, die über sich selbst hinauswächst.

Nicht lesen, wenn: Euch zu komplizierte Erklärungen von Magie und dem Funktionieren der magischen Welt abschrecken.

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