Spiel der Macht (Die Schatten von Valoria 1) von Marie Rutkoski

Hintergrundinfos:

Titel: Die Schatten von Valoria

Untertitel: Spiel der Macht

Autorin: Marie Rutkoski

Verlag: Carlsen Verlag

Seiten: 368 Seiten

Erscheinungstermin: 28.09.2018

Klappentext:

Als Tochter des ranghöchsten Generals von Valoria hat die siebzehnjährige Kestrel nur zwei Möglichkeiten: der Armee beizutreten oder jung zu heiraten. Aber Kestrel hat fürs Kämpfen wenig übrig; für sie ist die Musik das kostbarste Gut. Einem plötzlichen Impuls folgend ersteigert sie den Sklaven Arin, der sie auf unerklärliche Weise fasziniert. Schon bald muss sie sich eingestehen, dass sie mehr für ihn empfindet, als sie sollte. Doch er hat ein Geheimnis – und der Preis, den sie schließlich für ihn zahlt, wird ihr Herz sein …

Meine Meinung:

Das Buch „Spiel der Macht“ bezieht viel Aufmerksamkeit in den Medien, es gibt eine regelrechten Hype um das Werk von Marie Rutkoski. Das und das hübsche Cover machten mich darauf aufmerksam. Schnell war meine Entscheidung, das Buch zu lesen, gefallen: Ich wollte herausfinden, was an diesem Hype dran ist und vor allen Dingen, ob er gerechtfertigt ist.

Gleich zu Beginn des Buches lernt man die Hauptprotagonistin Kestrel kennen. Sie spielt mit einigen Seeleuten ein Kartenspiel und gewinnt dieses. Dass diese Protagonistin es gewöhnt ist, zu gewinnen; dass ihr so schnell keiner etwas vormachen kann, ist etwas, was den Leser über das ganze Buch hinweg begleitet.

Neben Kestrel gibt es noch ihre beste Freundin Jess, mit der sie bei jener schicksalshaften Auktion landet, wo sie einen Sklaven ersteigert. Kestrel ist von ihm fasziniert, doch sie kann auch gar nicht so genau benennen, warum sie gerade ihn ersteigerte.

Im Laufe der Geschichte wird immer mehr von dem Land offenbart, in dem Kestrel lebt. (Nun folgen minimale Spoiler, die aber eigentlich nur erklären, wie das Land aufgebaut ist.)

Es gibt zwei Völker, die Valorianer und die Herrani. Die Valorianer haben den Herrani vor einiger Zeit das Land geraubt: Sie sind in dem Land der kultivierten und fortschrittlichen Herrani eingefallen und haben dieses Volk versklavt. Arin, der Sklave, den Kestrel ersteigert, gehört natürlich zu diesem Volk.

Ich muss gestehen, dass mich die Geschichte nicht beeindrucken konnte. Es gab ein oder zwei Stellen, die mich überrascht haben, aber ansonsten strotz dieses Buch meiner Meinung nach nur vor Klischees. Es sind diese typischen Entwicklungen und Geheimnisse, die offenbart werden, wie man sie oft in diesem Genre findet. Ich habe durchaus die Überzeugung, dass alles schon einmal irgendwo vorkam. Aber der Punkt, der für mich entscheidend ist, ist, wie der Autor mit diesen schon vorhandenen Geschichten arbeitet und daraus eine neue macht. Das ist der Autorin meiner Meinung nach nicht besonders gut gelungen.

Die Hauptprotagonistin Kestrel ist niemand, der so wirklich sympathisch ist. Sie ist adelig, sich sehr bewusst, in welcher Stellung sie lebt. Wie sie oft betont, ist sie die Tochter ihres Vaters und niemals schwach. Sicher, ihre Leidenschaft für Musik und ihre positiven Gefühle zu den Sklaven ihres Hauses lassen sie interessant und menschlich erscheinen. Doch sie ist nichts halbes und nichts ganzes. Das sieht man auch, je weiter man in der Geschichte vordringt.

Kestrel sieht gefühlt niemals ein, dass sie einen Fehler macht. Sie ist immer von sich überzeugt, es scheint fast, als wäre kein Opfer zu hoch. Sie wirkt klar, überlegen und als eine unglaublich intelligente Frau, die das immer nur nutzt, wenn es ihr gerade in den Sinn kommt.

Arin… konnte mich auch nicht wirklich von sich überzeugen. Anfangs war er der Lichtblick für mich in dieser Welt: Unangepasst, stur, stolz und überzeugt von seinen Gedanken. Sein Schicksal erschien dann aber auch etwas sehr klischeehaft. Spätere Entscheidungen konnte ich nicht immer wirklich nachvollziehen – meiner Meinung nach begründet er diese auf etwas flatterhaftes, was auf einmal wie aus dem Nichts erschienen ist.

Das Setting der Welt gefiel mir wiederum ganz gut. Ich fand die Idee spannend, mal in eine Welt einzutauchen, die einen derartigen Umbruch hinter sich hat.

Und zuletzt muss ich noch anführen, dass der Stil der Autorin nicht unbedingt einer ist, den ich präferieren würde. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass diese Szene, dieser Gedanke noch ausformuliert werden müsste, dass diesen Handlungen und Interaktionen noch mehr Raum gegeben werden müsste. Mehr Show als tell wäre toll gewesen!

Lesen, wenn: Ihr auf standardisierte Fantasygeschichten steht und es für euch nicht so wichtig ist, wenn ihr einen Hauptprotagonisten nicht mögt.

Nicht lesen, wenn: Ihr eine spannende neue Welt erwartet, die euch mit ihrer Geschichte und ihren dreidimensionalen Protagonisten überraschen und überzeugen kann.

2,8 von 5 Nadeln

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