The Crown´s Game von Evelyn Skye

Hintergrundinfos:

Titel: The Crown´s Game

Autorin: Evelyn Skye

Verlag: Gulliver

Seiten: 464

Erscheinungstermin: 15.08.2018

Klappentext:

Das Spiel der Krone ist alt, älter als das Zarenreich. Dem Sieger bringt es unvorstellbare Macht. Dem Besiegten den Tod. Weder Vika noch Nikolai wollen das Spiel der Krone verlieren …

Die talentierte Vika kann den Schnee beschwören und Asche in Gold verwandeln. Der Einzelgänger Nikolai kann durch Wände sehen und Brücken aus dünner Luft zaubern. Sie sind Magier – die beiden einzigen in Russland. Und erbitterte Gegner. Bis sie sich im Spiel der Krone gefährlich nahe kommen …

Meine Meinung:

Dieses Buch fiel mir auf einem meiner etlichen Besuche in Buchläden sofort ins Auge. Schuld daran ist das Cover. Darauf zu sehen sind typisch russische Bauten, sowie blaue und violette Blitze. Das ganze Cover wirkt unglaublich energiegeladen, rasant und machtvoll. Es hat mich sofort dazu verleitet, das Buch in die Hand zu nehmen, um mich darüber zu informieren, worum es denn genau geht.

Der Klappentext ist etwas kryptisch – man erfährt nur so viel, dass die Geschichte in Russland spielt, Magie darin vorkommt und es um eine Art tödlichen Wettkampf geht, den Vika und Nikolai austragen. Durch einen Blick auf den inneren Buchumschlag kann man schon etwas genauer einschätzen, mit was für einer Geschichte man es zu tun hat.

Ich muss sagen, dass ich noch nicht allzu viele Bücher gelesen habe, die in Russland spielen. Und dann auch noch die Kombination mit dem alten Zarenreich und Magie? Das war etwas, was ich unbedingt genauer erforschen wollte! Und ich kann nicht sagen, dass ich enttäuscht wurde.

Mit dem Anfang des ersten Kapitels lernt man sofort die Hauptprotagonistin, Vika, kennen. Sie wird einem als eine Außenseiterin, eine wilde und unbezähmbare Macht vorgestellt, die alles für ihren Vater tun würde. Relativ schnell lernt man auch einige Nebenprotagonisten kennen, die Welt, in der Vika lebt, erscheint einem als sehr urtümlich und auf das Natürlichste reduziert. Doch die Magie, die Vika dann zur Schau stellt, zeigt einem schnell, dass es einen guten Grund gibt, warum sie abgeschieden von der restlichen Welt mit ihrem Vater lebt.

Der zweite Hauptprotagonist, Nikolai, lebt in einer ganz anderen Welt als Vika. Er wohnt mit seiner Ausbilderin in einem Stadthaus mitten in St. Petersburg, legt Wert auf ein tadelloses Aussehen und hat keineswegs ein ähnlich warmes Verhältnis zu seiner Ausbilderin wie Vika zu ihrem Vater. Aber auch bei ihm wird man relativ schnell Zeuge seiner Magie und erkennt, dass dieser Wettkampf, den Vika und Nikolai gegeneinander austragen müssen, einer ist, der auf jeden Fall tödlich für einen von beiden enden muss.

Interessanterweise pflegt Nikolai Kontakte zu dem Zarenhof und auch dies ist der Ort, an dem entschieden wird, dass das Zarenreich Russland einen Magier braucht, um seine Feinde in Zaum zu halten und das Land zu beschützen. Besonders interessant fand ich die ganze Zeit über die Schwester des zukünftigen Zaren, Juliana. Schon vom Anfang an merkt man, wie viel Macht und Einfluss sie am Hof in St. Petersburg hat, wie sehr sie dazu strebt, wahrgenommen und vor allen Dingen ernst genommen zu werden. Interessanterweise gelingt es ihr immer wieder, die Geschicke am Hof zu lenken und ich hätte mir gewünscht, dass stärker auf ihre Pläne und ihre Gedanken eingegangen wird – sie erscheint mir einfach als eine zu wichtige Person, als dass ich genug über sie erfahren hätte.

Das Spiel der Krone beginnt und zwingt Vika und Nikolai, nacheinander immer wieder Zauber zu wirken, um den Zaren von ihrer Fertigkeit zu überzeugen. Dabei agieren beide Protagonisten ganz ihrem Selbst, aber tatsächlich scheint es von Anfang an wie ein Tanz zwischen den Beiden. Dass sie sich gegenseitig interessant und auch anziehend finden, ist nicht zu übersehen und so wirken sie ihre Zauber auch immer mit einem Hintergedanken an den jeweils anderen.

Die Geschichte nimmt ihren Lauf und man bekommt einen interessanten Blick auf das ganze Spiel, als der unwissende zukünftige Zar, Pascha, immer stärker miteinbezogen wird. Er ist der beste Freund von Nikolai, hat einen Narren an Vika gefressen und weiß nichts über Magie. Mitanzusehen, wie er des Rätsels Lösung immer näher kommt, jedoch nicht ahnt, dass zwei wichtige Menschen in seinem Leben Teil dieses Rätsels sind, ist immer wieder amüsant und führt dazu, dass ich eine große Sympathie für Pascha entwickelte.

Das Buch führte mich an verschiedene Orte und so lernte ich nicht nur mehr über St. Petersburg, über die Vergangenheit von Vika, Pascha und Nikolai und das Leben am Hof des Zaren, sondern konnte auch eine schlüssige Entwicklung der Protagonisten ausmachen. Die Geschichte geizt nicht mit überraschenden Wendungen – man hat niemals das Gefühl, dass es langweilig wird, oder dass man nur auf den nächsten Zauber von Vika oder Nikolai wartet.

Etwas schwer einzuordnen war der zweite Handlungsstrang für mich. Und obwohl sich dieser durchaus schlüssig mit dem Hauptstrang der Erzählung verknüpft und somit sogar entscheidend für den Verlauf der Geschichte ist, so fand ich es doch nicht immer ganz passend. An dieser Stelle gab es dann auch einige klischeehafte Entwicklungen, die mich nicht begeistert haben.

Mir fiel es tatsächlich bis zum Ende hin schwer, zu entscheiden, ob ich für Vikas Sieg gegenüber Nikolai wäre oder andersherum. Auch, nachdem ich das Buch beendet habe, bin ich mir nicht sicher, ob ich gut finde, wie es vorerst ausgegangen ist. Wobei ich mir aber sicher bin, ist, dass ich die Entscheidung, die zum Ende führt, als sehr überhastet und nicht zwangsläufig passend empfinde. Die Gründe für diesen Verlauf der Geschichte, sind mir durchaus klar, doch trotzdem erscheint mir diese Entwicklung als etwas zu hart.

Lesen, wenn: Magie euer Ding ist und ihr unbedingt schon immer mal etwas mehr in das russische Reich im 19 Jahrhundert eintauchen wolltet.

Nicht lesen, wenn: Ihr keine Lust auf Protagonisten habt, die ihre Entscheidungen nach ihrer Gefühlslage treffen und dabei manchmal sehr impulsiv handeln.

3,7 von 5 Traumbänken

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